lesen Sie nachfolgend die Geschichte einer Legende des Motorsports


Kleine Geschichte von ABARTH

Die Geschichte von Abarth ließe sich wohl am besten erzählen,
während man mit rund 200 km/h eine Start-Ziel-Gerade hinunter "heizt".
Auf der Rennstrecke, wo die Leidenschaft für Motoren, Geschwindigkeit
und Rennen so sehr spürbar ist, dass sie jeden mit sich reißt.


Karl Abarth - Geschwindigkeit in den Genen
Die Geschichte von Karl Abarth ist eine Erfolgsgeschichte des Rennsports und Rennwagendesigns.
Schon als Kind interessiert sich Abarth beim Spielen vor allem für die Welt der Motoren - eine Leidenschaft, zu der sich das Talent und der Sinn für echte Innovationen gesellten.
Die Suche nach dem Unterschied, der unbändige Ehrgeiz, die Konkurrenz zu übertrumpfen, wurde Lebensinhalt einer der schillerndsten und auch erfolgreichsten Persönlichkeiten in der Geschichte des Automobils.
eine der erfolgreichsten Persönlichkeiten in der Geschichte des Automobils.
Für diese Leidenschaft verbrachte Karl Abarth den Großteil seiner Zeit entweder auf der Rennstrecke oder in der Werkstatt und vergaß darüber manchmal sogar Freunde und Familie.
Karl und Anna
Die Geburt einer Legende
Karl Abarth wurde am 15. November 1908 in Wien geboren, in einer Periode, in der sich neben den blühenden Symbolen der Belle Epoque auch schon Anzeichen des Untergangs einer Epoche mischten, die schließlich zu einem furchtbaren Krieg und zum Zerfall der Monarchie führten. Sein Vater, der ebenfalls Karl hieß, und vor allem Karls Mutter Dora ermöglichten ihm und seiner älteren Schwester Anna trotz aller Kriegswirren eine schöne Kindheit, in der sich das technische Genie Karl Abarths gut entfalten konnte.
Schon als Kind trieb Karl Abarth sein Wissensdurst zu ersten Experimenten mit der Technik. Er versuchte sich daran, allerlei Küchengeräte in ihre Einzelteile zu zerlegen um sie danach wieder zusammen zu setzen oder sogar zu verbessern. Karl Abarth war ein sportlich gebauter Junge und vielleicht waren es diese beiden Eigenschaften, das technische Genie und der sportliche Ehrgeiz, die sich in dieser Lebensphase zu einer genialen Mischung vermengten.
Erste Gehversuche als Unternehmer
Karl Abarth verbrachte den Krieg in Jugoslawien,
abseits der Kriegsschauplätze,
aber daran, Rennen zu fahren, war in dieser schweren Zeit nicht zu denken.
1946 machte Karl Abarth die Bekanntschaft von Piero Dusio, dem Begründer des „Consorzio Industriale Sportivo Italia“, besser bekannt als die Rennwagenmarke Cisitalia.
Dieser erwarb 1947 einige Patente von
Ing. Ferdinand Porsche,
unter anderem an einem Rennwagenprojekt.
storische Aufnahme
Abarth wurde Sportdirektor des jungen Unternehmens, das in der kurzen Zeit seines Bestehens die aufregendsten und schönsten Sportwägen dieser von Knappheit und Verzicht geprägten Jahre herstellte.
Die Gründung von Abarth&C.
Abarths Weg zum Erfolg war nicht immer einfach. Mindestens vier Mal in seinem Leben musste er, aus verschiedenen Gründen, wieder von vorne beginnen.
Die Geburt der Firma Abarth&C. im Jahre 1949 war der Enttäuschung über den Konkurs des viel versprechenden Unternehmens Cisitalia geschuldet. Doch gerade diese Erfahrung, die Abarth als Angestellter erlebte, half ihm, eine neue Seite in sich selbst zu entdecken: Seine Fähigkeiten als Unternehmer und Ideenlieferant für die Industrie.
Das Jahrzehnt des Umbruchs
Die goldenen 50er Jahre brachten Abarth eine Flut an Siegen und Rekorden.
In jenem Jahrzehnt expandierten Unternehmen und Zahl der Arbeiter, die Verkäufe der Auspuffanlagen erreichten immer neue Rekorde. Eine Periode steten Wachstums, in die auch die Expansion rund um den Globus fiel.
Mittlerweile erreichte der Exportanteil 10% des jährlichen Umsatzes – aber Karl Abarth dachte nicht daran, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen.
 der Erfolgsmodelle
Selbst in den Jahren nach 1955, dem Jahr, in dem sein Unternehmen in eine buchstäblich denkwürdige Zeit eintrat, warf Karl Abarth all seine Energie in seine Firma und die Arbeit.
 der Erfolgsmodelle
Das erste Abarth Strassenmodell
Bereits im Jahr 1951 zeichnete sich ab,
dass das erfolgreiche Engagement Abarths im Rennsport ein wahres Sprungbrett für die Bekanntheit des Firmennamens sein würde – nicht nur was den Absatz der Rennfahrzeuge betraf sondern vor allem auch in der immer professionelleren Welt der Massenkommunikation.
Das erste Abarth Straßenmodell hieß 205A
Trotz aller Erfolge mit den Auspuffanlagen war die Finanzierung des Rennteams für die kommende Saison nicht gänzlich abgesichert. Man konzentrierte sich vorwiegend auf das Geschäft mit den Schalldämpfern und anderen mechanischen Komponenten wie die Lenkradschaltung für den Topolino oder Wasserpumpen sowie auf die Vorbereitung der Präsentation einer Straßenversion des 204A Rennwagens, gab es doch schon viele betuchte Kunden, die kurz nach dem Krieg noch von wenigen Herstellern bedient werden konnten.
Der 205A wurde am 5. April 1951 beim 33. Turiner Automobilsalon feierlich enthüllt.
Der Wagen glänzte durch hervorragende handwerkliche Details und einen liebevoll verarbeiteten Innenraum, für den exklusive Werkstoffe verwendet wurden. Der Karossier Alfredo Vignale hatte ganze Arbeit geleistet, denn das eigentliche Highlight am 205A war seine flache, gestreckte und dennoch unnachahmlich elegante Karosserie mit großen Zusatzscheinwerfern und schlanken Stoßsfängerenden. Der 205A gewann noch im gleichen Jahr fünf Concours d’Elegance und war im Inneren dennoch ein reiner Rennwagen.
eine der "Rennsemmeln" ...
Die Jagd nach Erfolg
In den Jahren 1955 bis 1958 erreichte die Marke Abarth für viele den Gipfel der Popularität.
Nach seinen Erfolgen in zahlreichen Wettbewerben widmete sich Karl Abarth
nun noch stärker dem Entwerfen kleiner,
kräftiger Autos für ein etwas breiteres Publikum.
Hervorzuheben sind hier vor allem die Abarth „Rennsemmeln“
auf Basis des Fiat nuova 500 und des Fiat 600, die bald den weithin gebräuchlichen Spruch
„small but bad“ prägten, der zu einem Synonym für diese große Marke wurde.
Der Skorpion sticht >>>
Der legendäre 750 GT.>>>
750 GT Skorpion
lt Jr.  & Karl Abarth
Abarth und Roosevelt
Der kleine, ungemein flinke Abarth 750
erntete weltweit großes Aufsehen.
In Franklin Delano Roosevelt Jr.
(im Bild mit Karl Abarth),
Sohn des gleichnamigen amerikanischen Präsidenten, fand Abarth einen seiner größten Bewunderer.
Dies führte dazu, dass sich Roosevelt um ein exklusives Vertriebsrecht der Abarths
in den USA bemühte,
welches 1958 feierlich unterzeichnet wurde.
Der 500 Abarth auf der Rennstrecke
Es war wiederum in Monza, wo die neue Abarth Schöpfung durch Rekorde glänzen sollte.
Vom 13. bis 20. Februar 1958 spulte ein nuova 500 in Serienkarosserie und mit Abarth-Technik sieben Mensch und Material aufs Äußerste belastende Nonstop-Testtage ab.
Mit einer Verdichtung von 10,5:1 und hemisphärischen Brennräumen leistete der Motor 26 PS bei 5.000 U/min. und machte den „Zwerg Rase“ 120 km/h schnell. km/h entsprach.
Nach Ende der sieben Tage waren unglaubliche 18.186,44 km zurück gelegt, was einem Schnitt von 108,252 Dies war nicht zuletzt auch für Fiat selbst unbezahlbare Publicity – die Verkäufe des 500 zogen endlich an und die Manager in der Via Nizza beobachteten Abarth mit immer größerem Interesse.
Kooperation mit FIAT
Zusammenarbeit mit Fiat
Bis zu der denkwürdigen Rekordfahrt des Fiat 500 in Monza hatte man bei Fiat nicht ganz begriffen, welchen Zweck die sonderbaren Aktivitäten dieses Österreichers haben sollten. Als die Verkäufe des Fiat 500 durch diese ihm so plötzlich verliehene sportliche Note und die damit verbunden Wahrnehmung als „ernsthaftes“Auto anzogen, schien die Zeit für den Fiat Vorstand reif, den Mann hinter diesen Wundertaten persönlich kennen zu lernen.
So kam es zu einem Treffen zwischen Karl Abarth, Fiat Präsident Professor Vittorio Valletta und dem Fiat Spitzenmanagement.
Es wird überliefert, dass das Meeting von amikaler Atmosphäre geprägt war und am Ende kam man überein, dass Fiat der Firma Abarth für jeden Sieg oder Rekord, den Abarth irgendwo auf der Welt mit einem Fiat Abarth erringen sollte, eine festgelegte Geldsumme überweisen wird, als Wertschätzung für die unermüdliche und bisher eigentlich unentgeltliche Entwicklungs- und PR-Arbeit, die Karl Abarth für das Turiner Haus durch seine Erfolge schon geleistet hatte. Keine Frage, für einen geborenen Gewinner vom Format Karl Abarths war dies kein Problem.
"zeitlose" Eleganz ...
Zusammenarbeit mit Alfa Romeo und Lancia
Heute weniger bekannt, kam es 1954 zu einer Zusammenarbeit mit zwei anderen großen italienischen Herstellern. Karl Abarth beschäftigte sich in diesem Jahr intensiv mit dem neuesten Modell im Hause Alfa Romeo, dem luxuriösen 1900 Super. Er entwickelte hierfür einen Plattformrahmen aus Stahlprofilen, und der Alfa-Vierzylinder wurde mit zwei Doppel-Horizontalvergasern und einer auf 8,5:1 erhöhten Verdichtung versehen. Der Motor entwickelte hierdurch 135 PS, mit einem Gewicht von nur 890 kg kam der Wagen mühelos auf 200 km/h Spitze.
Der Karossier Ghia hatte sich beim Design wiederum selbst übertroffen, die aufwändig zweifärbig lackierte Karosserie duckte sich auf nur 1,18m Höhe. Von hinten glänzte der Abarth Alfa Romeo 2000 durch ein aggressives Fastback, welches wiederum in zwei scharfkantigen Finnen endete.
Im selben Jahr nahm sich Karl Abarth auch den Lancia Aurelia vor – damals der Inbegriff eines luxuriösen Gran Tourisme. Bei dieser formvollendeten Linie beschränkte man sich auf motorische Eingriffe, diese waren jedoch vom feinsten. Nach Erhöhung der Verdichtung, Überarbeitung des Einlasskrümmers und Einsatz von vier Weber Fallstromvergasern leistete der V6 der Aurelia GT (Bild) nun 138 statt 112 PS – ein für damalige Verhältnisse sagenhafter Wert.
Der 500 Abarth
Zwei Jahre nach dem großen Wurf des Fiat 600 landete der Turiner Konzern mit der Markteinführung des nuova 500 einen erneuten Erfolg – wenn sich dieser nach einigen Verkaufsschwierigkeiten am Beginn auch erst langsam einstellen wollte. Neben dem Fiat 600 trug der nuova 500 am meisten zur Massenmotorisierung unserer Italienischen Nachbarn bei. Die geniale Heckmotorkonstruktion des großen Meisters Dante Giacosa glänzte durch geniale Einfachheit und niedrig gehaltene Produktionskosten.
Erfolgsmodell der Extraklasse
Abarth ließ diesmal den Hubraum von 479 ccm unverändert, erhöhte aber die Verdichtung von 6,55:1 auf 8,7:1, was die Nennleistung des schwachbrüstigen Serien-Zweizylinders um 7 auf 21 PS anhob. Am Turiner Salon 1957 debutierten die ersten beiden 500 mit Sonderkarosserien. Die beiden Coupés, eines von Zagato und eines von Pininfarina eingekleidet, wurden mit diesem Abarth-Aggregat befeuert.
Im Jahr 1958 ging der Fiat Abarth 500 in Serie, der dem ungeduldigen Publikum diese erhoffte Leistungsspritze für den im Absatz schwächelnden nuova 500 brachte. Wie schon beim 750, hatte der Fiat Abarth 500 eine Standard-Karosserie, zeichnete sich aber vor allem durch überarbeitete und verfeinerte Mechanik aus. Ohne den Hubraum zu ändern, brachten alleine der Einbau eines Weber Vergasers, ein optimiertes Verdichtungsverhältnis und eine Abarth Auspuffanlage ein gehöriges Plus an Leistung. Die Öffentlichkeit hatte eine sehr hohe Erwartungshaltung und wurde nicht enttäuscht. Der 500 mit Abarth Leistungskur dominierte alsbald die kleinen Klassen vieler Rennserien.
stark und schön ...
Das goldene Jahrzehnt des Skorpions
Die 60er Jahre gerieten zum Triumphzug des Skorpions. Das goldene Jahrzehnt, geprägt von mehr Siegen und Rekorden denn je.
Der Name Abarth wurde in „Benzingesprächen“ auf der ganzen Welt zu einem festen Begriff, gar einem Mythos, w
enn es darum ging, Leistung, Standfestigkeit und Siegeswillen einer Automarke eine Gestalt zu geben.
Der Markenname wurde mittlerweile sogar im alltäglichen Sprachgebrauch zum Synonym für etwas besonders Starkes – ein richtig starker Espresso wurde damals bisweilen auch als
„Abarth caffè“ bestellt.
eine legendäre "Rennsemmel" ...
FIAT ABARTH 1000
futuristisches Design ...
erfolgreich und schön ...
Die ’70er Jahre
Der Name Abarth war Anfang der ‘70er Jahre eine feste Größe, nicht nur unter Autokennern, sondern in der breiten Öffentlichkeit. Das Image des Unternehmens war eine gelungene Spiegelung der Persönlichkeit Karl Abarths.
Unglücklicherweise, und das obwohl nach wie vor monatlich zahlreiche Triumphe eingefahren wurden, waren die Kosten für die Rennsportaktivitäten in Zeiten immer dichterer Konkurrenz explodiert. Das Management von Abarth&C. war jedoch dem Rennsport verpflichtet und so entschloss sich Karl Abarth, seine Firma an den Fiat Konzern zu veräußern, um auf diese Weise den Fortbestand des Rennstalls zu sichern.
Der Abschied
Die Siegesserie des Fiat 131 Rally waren die letzten Triumphe, die Karl Abarth auskosten konnte. Gewohnt, zu siegen, konnte auch er nicht das Rad der Zeit anhalten.
Nach schwerer Krankheit schloss Karl Abarth
am 23. Oktober 1979 für immer seine Augen.
Er ging unter dem Zeichen des Skorpions,
dem selben, unter dem er geboren wurde.

Der Tod Karl Abarths beendete gleichsam eine goldene Epoche des Automobils.
ein ganz Großer der Automobilgeschichte
Aber der Stachel des Skorpions saß tief und so blieb der Mythos bis heute ungebrochen.
click picture for more hier geht´s zur Carlo Abarth Foundation
Anneliese Abarth
Carlo Abarth war mein Idol,
ich war fasziniert von seiner Kraft
und seinem Reichtum an Ideen.
Mit dieser Foundation soll das Andenken
an Carlo Abarth erhalten bleiben.

Denn seine Worte waren:
„Ich bin sehr stolz diesen Namen kreiert zu haben
und nur durch Ignoranz kann er in Vergessenheit geraten."


Mit Eurer Hilfe werde ich es auch erreichen,
denn nur zusammen sind wir stark!
Anneliese Abarth

Präsidentin der Carlo Abarth Foundation
die derzeit aktuellen ABARTH - Modelle finden Sie > hier
Urheberrecht:
Alle Rechte vorbehalten.
© 2008 Fiat Group Automobiles Austria GmbH

Sämtliche Bilder (Ausnahme: Anneliese Abarth) stammen aus dem Buch
„Abarth, the man, the machines“
von Luciano Greggio, Giorgio Nada Editore, 2002.

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